Bezeichne denjenigen als Meister, der sein Wissen und seine Kraft in dich hineinfliessen lässt und schätze immer den Wert, den er dir zu vermitteln versucht. Meister jeder Kampfsportart verdienen Respekt und Annerkennung.
Es liegt in der Natur historischer Ereignisse begründet, dass es ein nahezu unmögliches Unterfangen ist, eine umfassende, historisch belegbare, exakte Darstellung von der Entstehung und Entwicklung des Quan fa (Ch´üan Fa) bzw. Gong Fu (Kung Fu in Europa und USA) zu zeichnen.
Kung Fu ist in seiner Art vergleichbar wie eine Sprache oder die Musik. Während man bei des Musik zuerst die Noten lernt und die einfachen Gesetzmäßigkeiten der Tonleitern, so lernt man im Kung Fu zuerst einige Grundstellungen und wie man Hände und Füße überhaupt bewegt und einsetzt. Bei der Sprache ist das wohl das lernen und schreiben der Buchstaben, auf die die Sprache aufgebaut wird. Später lernt man die Bedeutung von einzelnen Wörtern bzw. man lernt die Kadenzen in den verschiedenen Dur- und Molltonarten. Im Kung Fu entspricht das dem Erlernen der Möglichkeiten mit den Händen und Füßen zu blocken und zu schlagen.
(Ho Fatt Nam)
Das Begriffspaar Yin und Yang ist möglicherweise das am häufigsten benutzte und am häufigsten missverstandene Konzept chinesischer Philosophie. Viele westliche Autoren haben den Eindruck vermittelt, dass für die Chinesen Yin und Yang die beiden Grundelemente sind, aus denen sich das Universum zusammensetzt. Genau das ist falsch. Yin und Yang sind keine absoluten Einheiten; sie sind symbolische Begriffe, und als Symbole können sie unter verschiedenen Umständen verschiedene Bedeutungen haben.
2007 war es endlich soweit, ich konnte mein in Taiwan gegebenes Versprechen „der Besuch der Kung Fu Freunde in Chile“ einlösen. Im Rahmen meiner Chilereise hatte ich die Gelegenheit mehrere Tage Shifu Juan Colipi und seine Schüler in Santiago de Chile zu besuchen. Bei meinem Besuch überbrachte ich offizielle Grüße von Shifu Andy Jobst.
Vom 26.2. bis 2.3.2007 nahm ich am dortigen Kung Fu Training teil. Es fand ein reger Austausch an Techniken und Formenelementen statt. Beide Schulen gehen im Ursprung auf den auf denselben Großmeister - Sim Pooh Ho - zurück. Aufgrund der Weiterentwicklung des Nam Wah Pai Stils auf den beiden Kontinenten durch die unterschiedlichen Großmeister und Meister, ist ein Austausch des Wissens von großer Bedeutung.
Auch in Chile wird der harte Shaolin Stil praktiziert. Dieser ist geprägt durch Shifu Juan Colipi und seinen Schüler Eduardo Ayala. Durch deren enge Verbindung zu Großmeister Sim Pooh Ho finden sich hier viele Elemente des Tai Chi Kong.
Bei meinem Aufenthalt ließ ich mich in die Geheimnisse der inneren Kraft des Tai Chi Kong einführen. Tai Chi Kong bedeutet soviel wie Kraft aus dem Tai Chi und ist eine sehr meditative Form der Energiearbeit.
Für die Zukunft haben wir beschlossen zusammen weiter an der Bewahrung des authentischen Nam Wah Pai Stils zu arbeiten und unser Wissen zu teilen. Daher lud ich Shifu Juan Colipi nach Deutschland ein.

Durch meinen Aufenthalt ist es mir gelungen die im Jahr 2001 in Taiwan geschlossene Freundschaft zu festigen und um neue Erfahrungen zu bereichern.
[Stefan Dieterle März 2007]