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Yin Yang

Das Begriffspaar Yin und Yang ist möglicherweise das am häufigsten benutzte und am häufigsten missverstandene Konzept chinesischer Philosophie. Viele westliche Autoren haben den Eindruck vermittelt, dass für die Chinesen Yin und Yang die beiden Grundelemente sind, aus denen sich das Universum zusammensetzt. Genau das ist falsch. Yin und Yang sind keine absoluten Einheiten; sie sind symbolische Begriffe, und als Symbole können sie unter verschiedenen Umständen verschiedene Bedeutungen haben.

Als Yin und Yang bezeichnet man die beiden grundsätzlichen, aber komplimentären Aspekte aller Dinge im Universum, von konkreten Gegenständen bis zu abstrakten Ideen. Sie sind Relationsbegriffe und bedingen einander. Nehmen wir ein einfaches Beispiel wie "gross" und "klein". Wir nennen einen Elefanten gross, weil wir ihn normalerweise mit kleineren Objekten wie einer Maus oder einem Menschen vergleichen. Wenn wir ihn jedoch mit einem Berg vergleichen, dann ist er sehr klein. Dies funktioniert natürlich auch mit abstrakten Begriffen wie Mut und Feigheit.

In beiden Fällen bezeichnet man den Aspekt "klein" bzw. "feige", als Yin, den gegensätzlichen Aspekt als Yang. Könnte man die Begriffe austauschen, so dass man klein als Yang und gross als Yin bezeichnet? Man kann, aber dies würde zu Problemen führen, weil es sich so eingebürgert hat, dass das Negative, Weibliche, Dunkle, Kühle, Nachgebende, Untere, und Innere als Yin und die jeweiligen Komplimentäre als Yang bezeichnet werden. Damit ist allerdings keineswegs eine Abwertung des Weiblichen gemeint.

Erst seit auf Erden ein jeder weiss
Von der Schönheit des Schönen,
Gibt es die Hässlichkeit;
Erst seit ein jeder weiss von der Güte des Guten,
Gibt es das Ungute.



Sein und Nichtsein entspringen einander;
Schwer und Leicht bedingen einander;
Lang und Kurz vermessen einander;
Hoch und Tief erzwingen einander;
Die Stimme fügt sich dem Ton im Chor;
Und ein Danach folgt dem Zuvor.
  (Lao-tse)              

☯ Das Yin - Yang Kreiszeichen ☯

Es zeigt die Teilung des Kosmos in sein negatives und sein positives Element, die nur zusammen ein Ganzes bilden. Aus der Wechselbeziehung des negativen Yin mit dem positiven Yang entstand und besteht alles Existierende. Die runden Flecken Sind die Keime der Veränderungen, die permanent stattfinden - entsprechend dem Gesetz vom Umschlag ins Gegenteil und der periodischen Wiederkehr. Durch diese ständige Veränderung im kosmischen Kräftespiel entsteht das Leben, welches im Gegenzug den Kosmos mit seiner schöpferischen Energie gestaltet.

Im Buch der Wandlungen werden Yin und Yang durch unterbrochene (Yin) und durchgehende (Yang) Linien gekennzeichnet. Die Trigramme um das Kreiszeichen bestehen aus drei parallelen Linien und beschreiben das Entstehen der Dinge aus der Dualität.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Entstehung der acht Trigramme aus dem Absoluten (= das Kreiszeichen). Die beiden obersten Linien stellen die Zweiteilung der Natur in Yin und Yang, auch Himmel und Erde, dar. Die mittlere Reihe gibt die vier Verbindungsmöglichkeiten zwischen Himmel und Erde an, die die vier Jahreszeiten bestimmen.In der untersten Reihe wird schliesslich eine dritte Linie hinzugefügt die den Menschen als Bindeglied zwischen Himmel und Erde symbolisiert.

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Yin Yang
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Winter Herbst Frühling Sommer
Himmel See Feuer Donner Wind Wasser Berg Erde

 


Dabei ordnet man den 8 Trigrammen die folgenden Eigenschaften zu:

 

  • Himmel: Entschlossenheit, des Schöpferische, Stärke, Macht, Kraft
  • See: Fröhlichkeit, Offenheit, Freude, Befriedigung, übermass
  • Feuer: Das Erhellende, Klarheit, Intelligenz, Abhängigkeit, Anhaften
  • Donner: Das Erregende, Bewegung, Aktivität, Schock, das Wachsen
  • Wind: Das sanfte Wirken, kleine Anstrengungen, das durchdringende Arbeiten
  • Wasser: Das Geheimnissvolle, das Tiefe, Bedeutsamkeit, Gefahr, Schwierigkeit
  • Berg: Das Stillhalten, Ruhe, Nachsinnen, das Unbewegte, Gelassenheit
  • Erde: Das Nachgeben, das Empfangende, das Antworten, Ergebenheit

Den acht Trigrammen lassen sich schliesslich 64 (8x8) Hexagramme und über diese weitere 4096 (64x64) mögliche Umwandlungen durch Wechselbeziehungen der Hexagramme untereinander bilden. Diese bilden die Grundlage aller absoluten Konstellationen.